Frau JUNIMOND hat Zeit

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Rezensionen

„Aber lag der Grund, dass ich mich weigerte, diesen Jungs von Alison zu erzählen, wirklich darin, dass ich mich nicht überwinden konnte, es zu sehr weh tat? Oder schwieg ich, um mir ihre Bewunderung für meinen Gleichmut zu sichern? Gefiel es mir tatsächlich, ihre tragische, verwundete Freundin zu sein? Genoss ich in meinem tiefsten Inneren die Art, wie Alisons Tod mich für diese Jungs zu mehr als nur mich selbst machte? In welchem Ausmaß war mein Schmerz etwas, was ich kultivierte, etwas was ich benutzte? Waren diese Beziehungen, diese Jungs, letztlich nur wenig mehr als eine Bühne für mich, um mein Leiden darzustellen und damit meinen Anspruch auf diese Tragödie zu untermauern, auf den Tod einer Schwester, die ich damals aufgrund meines Alters kaum richtig gekannt hatte?“

Passagen wie diese, haben mich am Anfang für diesen Roman sehr eingenommen. Mir gefielen die klarsichtigen Analysen von Claire, der kleinen Schwester von Alison, die im Familienurlaub auf saint X plötzlich verschwindet und tot aufgefunden wird. Man kann vorweg sagen, dass der Tod nie aufgeklärt wird, war es Mord oder ein Unfall?

Die Geschichte beginnt mit dem Eintreffen der Familie in einem Urlaubsresort in der Karibik, viele Amerikaner nehmen dort eine Auszeit vom Alltag. Kontakt zu den Einheimischen haben sie nur mit den Mitarbeitern des Resorts. Zwei dieser Mitarbeiter sind Clive, genannt Toto und Edwin.

Mit diesen freundet sich die Teenager-Tochter der Familie – Alison – an, geht nachts mit ihnen tanzen, trinken, kiffen, ohne dass die Eltern etwas ahnen.

Nachdem Alisons Leiche auftaucht, werden die beiden auch festgenommen, dann müssen sie aus Mangel an Beweisen wieder freigelassen werden. Der Fall wird nie wirklich aufgeklärt, die Familie zieht von New York an die Westküste der USA und versucht scheinbar erfolgreich, die Geschichte hinter sich zu lassen.

Es ist Claire, die beobachtet wie der Tod der Schwester die Familie und sie selbst ändert und  ihr ganzes Leben in andere Bahnen lenkt.

Nach dem Studium arbeitet sie in New York und erkennt eines Abends in ihrem Taxifahrer einen der beiden Männer, mit denen ihre Schwester unterwegs war – Clive, genannt Toto. Sie fängt an, ihm zu folgen, zunächst mit unklarem Ziel. Claire steigert sich immer mehr in eine Obsession mit seiner Beobachtung hinein, es gelingt ihr, ihn kennen zu lernen, ohne dass er zu ahnen scheint, wer sie wirklich ist. Immer wieder stellt sie sich die unterschiedlichsten Szenarien vor, in denen ihre Schwester stirbt, und doch scheint sie der Wahrheit nicht näher zu kommen. Bis sie Clives Vertrauen soweit gewonnen hat, dass er ihr am Ende erzählt, was an diesem Abend wirklich passiert ist…..

Nach anfänglicher Begeisterung verlor ich im letzten Drittel das Interesse an dieser Geschichte. Man erfährt als Leser viel von Clives Leben, von seiner  Beziehung und seinem Sohn, und das sehr ausführlich. Mag sein, dass die Autorin  diesen Teil so ausbreitet, damit man einen Eindruck von Clives Charakter bekommt. Persönlich fand ich ihn zu lang, und meinem Interesse an der Geschichte nicht wirklich zuträglich.  

*Achtung Spoiler*

Am Ende haben Clive und Edwin gar nichts mit dem Tod des Mädchens zu tun, und nur eine kurze homosexuelle Episode hat die beiden davon abgehalten, genau zu erzählen, was an diesem Abend vor sich ging. Das war mir zu einfach! Und dann wird noch eine Aussage eines amerikanischen  College Studenten, der auch im Resort Urlaub machte,  kurz hinterher eingeschoben, der zwar an diesem Abend Sex mit ihr hatte, aber wer oder was  den Tod verschuldet hat, ist immer noch nicht  klar.